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Mein Name ist Lothar A. Baltrusch. Seit 2009 habe ich ein Patenkind in Vietnam: Thi Thao Huyen Pham. Anfang Mai 2013 bin ich durch 8 Länder gefahren über 15.000 km weit um sie zu besuchen. Hier meine Erlebnisse.

Tag 50 – 05.07.2013 – Hai Duong (Vietnam) 22km

5. Juli 2013 Hai Duong (Vietnam) Presse, Unterstützer, Vietnam-Reise 2013 8

Augen auf – 33 Grad  und das um 8 Uhr – Perfekt, nur zu schwül. Aber man kann sich so einiges im Leben nicht aussuchen !  Auch die Kinder des Blindenhaus haben leider nicht die Wahl. Sie sind „Erben“ von „Agent Orange“ – das ist die militärische Bezeichnung, das die USA im Vietnamkrieg eingesetzt haben. Diese Chemikalie führt noch heute zu Missbildungen. Jürgen Eichhorn betreut aus eigener Tasche und aus Spenden ein Kinderheim in Hai Duong. Dort leben über 60 blinde Kinder, im Alter zwischen 4 und 17 Jahren. Sie wissen um ihr Schicksal und auch, dass sie ihr Augenlicht im Laufe der Zeit verlieren werden. Ihre Augen „verwässern“ und lösen sich auf. Sie müssen entfernt werden, damit das „gesunde“ Gewebe nicht auch noch angegriffen wird. Ein furchtbares Erbe, denn manchmal überspringt „Agent Orange“ ein oder zwei Generationen, manchmal eben nicht. Andreas, Hans-Jürgen und ich haben die Kinder besucht.

Das Haus ist Abbruchreif. In den letzten 3 Monaten ist es um 14 cm zur Seite gefallen und wird irgendwann auseinander brechen, die Decke wird in das Haus stürzen. Das ist Fakt. Jürgen und sein Team sind bemüht über die Stadtverwaltung ein Grundstück zu finden und diese muss es auch bewilligen.

 

Unser Besuch und auch unser Stopp hier beim Jürgen hat dazu beigetragen den „Apparat“ zu beschleunigen. Heute war Pham Thi Dau im Restaurant. Sie ist die Chefin des Außenministerium für die Provinz Hai Duong. Ein ganzer Stab von wichtigen Politikern war da. Ich „musste“ meine erste Ansprache auf Englisch halten – aber man hat mich verstanden, habe sogar die Chefin zum biken eingeladen. Kurzum –  sie gab „ihr“ OK für Vietnam. Wir sind somit die Ersten Ausländer, die offiziell mit den Bikes durch Vietnam fahren dürfen – Passport vorzeigen bei Kontrollen reicht. Sie fand die „Way to Huyen“ Idee übrigens „Absolut crazy“.

Zurück zum Thema Blindenhaus. Die Chefin gab ihr Versprechen sehr schnell ein neues Haus zu bewilligen. So geht der Grundgedanke von „WtH“ in Erfüllung. Die WinWin Situation hat gegriffen.

Drei Dinge habe ich bzw werden wir noch ankurbeln. Zum einen habe ich mit einem WtH-Unterstützer gesprochen. Brillen Rottler aus Neheim. Sie werden einige zig Brillen nach Vietnam schicken, damit die Kinder die letzen Monate, bevor sie ihr Augenlicht verlieren, noch einmal sehen können. Zweitens: Andreas kennt eine Firma in Schwerte(!), die weltweit führend „Brailleschrift-Tastaturen“ herstellt. Diese werden dringen benötigt, damit die Kinder den Anschluss an ihre Zukunft nicht verlieren.(Falls jemand aus der Firma das hier liest – bitte gerne Kontakt über das Kontaktformular aufnehmen) Drittens: Hans-Jürgen sorgt für Lehrnmaterial und für Spielsachen.

Ich habe die Bilder mit Bedacht ausgesucht. Schaut sie Euch an und bildet Eure eigene Meinung. Mich persönlich hat der 10jährige Quang im Herzen berührt. Als ich „Bye Bye“ sagte, nahm er meine Hand, hielt sie fest, streichelte sie und sprach zu mir, ganz leise. Dabei schaute er mir mitten ins Gesicht. Seine wässrigen Augen bewegten sich hin und her und lächelten. …

Lothar

 

Gesamtkilometer 14.234 km.


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